Wenn die Kamera mitdenkt: Unser KI-System für Notfallerkennung bei älteren Menschen
Wir entwickeln gerade ein KI-gestütztes Kamera-System, das ältere Menschen zuhause sicherer macht – ohne dauerhafte Überwachung, sondern durch intelligente Bilderkennung im Notfall.
Eines der Projekte, an denen wir aktuell arbeiten, betrifft ein Thema, das viele Familien in Deutschland kennen: die Sorge um ältere Angehörige, die noch selbstständig in der eigenen Wohnung leben. Ein Sturz, eine plötzliche Schwäche, ein Schlaganfall – und niemand bemerkt es rechtzeitig.
Die Idee: Eine Kamera, die nur dann hinschaut, wenn es nötig ist
Klassische Überwachungskameras haben zwei Probleme: Niemand kann durchgehend Stunden von Live-Bildern auswerten, und das ständige Beobachtet-Werden ist für die Betroffenen unangenehm bis zumutungswürdig. Unser Ansatz dreht das um.
Die Kameras hängen in der Wohnung, sind aber im Normalfall inaktiv. Erst wenn ein Bewegungssensor eine Veränderung registriert, wird ein Bild aufgenommen und an unseren KI-Service übergeben.
Was die KI bewertet
Das Bild wird nicht gespeichert oder weitergeleitet – es wird nur ausgewertet. Ein KI-Modell prüft anhand der Körperhaltung, Position und Bewegungsabläufe ein paar konkrete Dinge:
- Notlage erkannt – Person liegt am Boden, in ungewöhnlicher Position, regt sich nicht: sofortiger Alarm an hinterlegte Kontakte (Angehörige, Notdienst).
- Risikomuster – Person tut etwas potenziell Gefährliches (z.B. mit Hilfe auf einen Stuhl steigen, Herd unbeaufsichtigt lassen): Das System geht in einen wachsameren Modus und überprüft das Bild häufiger.
- Alles normal – das Bild wird verworfen, kein Mensch sieht es, kein Speichern.
Warum das anders ist als klassische Notfallknöpfe
Ein Notfallknopf am Hals funktioniert nur, wenn die Person ihn drücken kann. Bei einem Sturz mit Bewusstlosigkeit, einem Schlaganfall oder wenn der Knopf gerade nicht griffbereit ist, kommt die Hilfe zu spät. Eine intelligente Kamera erkennt die Notlage auch ohne Aktion der betroffenen Person.
Datenschutz steht im Zentrum
Datenschutz ist bei diesem Projekt nicht ein nettes Beiwerk, sondern die Voraussetzung dafür, dass das System überhaupt akzeptiert wird. Deshalb:
- Keine Live-Streams nach extern.
- Bilder werden ausschließlich lokal verarbeitet und nach KI-Auswertung verworfen.
- Nur im Alarmfall wird ein anonymisierter Hinweis (kein Bild) an die Vertrauenspersonen geschickt.
- Die betroffene Person bzw. ihre Familie hat die volle Kontrolle: Räume aussparen, Zeitfenster definieren, System per Schalter komplett deaktivieren.
Wo wir gerade stehen
Aktuell befinden wir uns in der Entwicklungsphase – Hardware-Auswahl, Trainingsdaten, KI-Modell-Validierung. Wir testen verschiedene Sensor-Setups und unterschiedliche Bilderkennungs-Modelle, um die Balance zu finden zwischen früh genug erkennen und nicht überreagieren.
Sobald das System stabil läuft, möchten wir es Familien, Pflegediensten und Hausverwaltungen mit Senioren-Bestand zugänglich machen. Der Plan: faire Hardware-Preise, transparenter monatlicher Service, kein Lock-In.
Sie haben Interesse oder Anregungen?
Wir freuen uns über Rückmeldungen – egal ob Sie selbst Angehörige zuhause haben, in der Pflege arbeiten oder einfach das Thema spannend finden. Schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
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